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Werner-von-Siemens-Gymnasium
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Normandie 2006

Mon voyage à Caen

Im XI. Jahrhundert machte Wilhelm, Herzog der Normandie, aus Caen " eine der mächtigsten Städte der damaligen Zeit ".
Mit großer Spannung und freudiger Erwartungshaltung haben wir dem Datum des Schüleraustauschs entgegengesehen.
Von dem 16.05. bis zum 23.05.2006 gab es einen Frankreichaustausch der Klasse 9c des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, Berlin-Zehlendorf, und dem Collège St.-Joseph in Caen. So fuhren wir mit 31 Schülern und 2 Lehrern in die Normandie. Wir hatten diesen Austausch schon lange vorbereitet und da die französischen Austauschschüler schon bei uns gewesen waren, hatten wir dieses Mal den größeren Spannungsfaktor.
Am Dienstag, dem 16.05. traf sich meine Klasse mit unserem Klassenlehrer Herr Wessel und Frau Bleck um 07.30 Uhr am Flughafen Schönefeld. Der Hinflug sowie der Rückflug verliefen ohne jegliche Komplikationen. Um 10.50 Uhr landeten wir in Paris und fuhren von dort aus mit einem Reisebus ca. zweieinhalb Stunden bis nach Caen. Der Busfahrer brachte uns direkt bis zum Collège St.-Joseph, wo um 15 Uhr unsere "correspondants" auf uns warteten.
Schon an der Außenfassade der Schule konnten wir feststellen, dass es sich hier nicht um eine ganz staatliche Schule handelte. Die Schule glich eher einem kleinem Schloss als einer Schule. Nach einer kurzen "salutation" hatten wir den Rest des Tages Freizeit mit unserer Gastfamilie um sie näher kennenzulernen. Da meine "corres" nur zwei Minuten von der Schule entfernt wohnte, liefen wir zusammen gleich nach Hause. Im Gegensatz zu manch anderen Schülern, die 30-45 Minuten von der Schule zu den jeweiligen Heimen der Gastfamilien fahren mussten, weil viele außerhalb von Caen wohnten.
Im Hause meiner Gastfamilie erwartete mich ein nicht vermuteter Luxus und große Herzlichkeit. Meine Gastmutter empfing mich mit einem Kuchen, einem Willkommensgeschenk, einem Zimmer mit Computer und Bad. Nach einer fünfminütigen Pause wurde ich gleich in das heutige mir noch bevorstehende, durchaus tolle Tagesprogramm eingeweiht. Unter anderem standen eine Stunde Schwimmen, eine persönliche Stadtrundfahrt im Auto der Mutter (mein erster Eindruck von Caen: ein kleines ruhiges und schönes Städtchen mit kleinen und großen Sehenswürdigkeiten) und ein Drei-Gänge-Abendmenü mit meinen Gasteltern und "corres" noch bevor. Mit den Kochkünsten der Mutter, dem Gemeinschaftssinn und dem weiteren Verlauf des Abends war ich sehr zufrieden. Harmonisch klang der Abend aus. Nach diesem tollen Tag mit vielen schönen Momenten fiel ich todmüde ins Bett und schlief sofort ein.
 
Am nächsten Morgen erwartete mich ein fürstlich gedeckter Frühstückstisch mit warmen Brötchen und anderen Köstlichkeiten. Von 8.15 Uhr bis 10.50 Uhr stand das "Découverte de Caen" (Stadtrallye) auf dem Plan. Danach fand ein kurzer Besuch des Rathauses von Caen statt. Der Nachmittag und Abend waren wieder für gemeinsame Aktivitäten mit den Gastfamilien offen. Ich begleitete meine "corres" zum Klavierunterricht und danach fuhren wir sogar Go-Kart und machten einen Stadtbummel. Abends gab es ein ausgewähltes und reichhaltiges Menü (très delicieux!).
 
Am folgenden Tag, dem Donnerstag, waren vier Unterrichtsstunden mit den Austauschschülern geplant, von denen eine ausfiel. Nach dem Unterricht waren wir im "Mémorial de Caen". Hierbei handelt es sich um eine Gedenkstätte, die versucht, das Unternehmen der Alliierten vom 6. Juni 1944 und die Normandieschlacht als Teil des zweiten Weltkrieges zu zeigen, und will dabei an die Ursachen des Konflikts sowie an seine mannigfalten Folgen erinnern. Am gleichen Abend veranstaltete eine Austauschschülerin eine Party, an der viele Personen aus der Gruppe teilgenommen haben. Wir wurden nach einer Stunde wieder abgeholt ;-) ;-) ;-)
 
Am nachfolgenden Freitag absolvierten wir einen Tagesausflug bzw. eine Bildungsreise zum Mont Saint Michel. Obwohl das Wetter kalt, nass, windig und mit wenig Sonnenschein verbunden war, waren wir sehr gespannt, das beeindruckende UNESCO-Kulturerbe kennenzulernen. Am Abend des erfahrungsreichen Tages hat meine Gastmutter für uns ihre berühmten und bekannten Crêpes zubereitet. C'est vraiment très bon.
Das Wochenende verbrachte ich mit der Gastfamilie. Samstag unternahmen wir einen Jahrmarktsbummel und aßen anschließend in einer schicken Pizzeria mit sehr gutem Essen. Abends trafen sich alle Schüler zum Bowling. Am Sonntag haben meine Familie und ich erst ein kleines Dorf namens Beuvron-en-Auge besucht, in dem wir Souvenirs, wie z.B. Calvados, Cidre und Karamellen gekauft haben. Danach waren wir in den Städtchen Deauville und Honfleur und haben diese kulinarisch und touristisch erkundet.
Am Montag, dem 22.05. besichtigten wir die Plages du Débarquement (Landungsstrände der Alliierten) und besuchten in Arromanches-Colleville den amerikanischen und den deutschen Soldatenfriedhof mit einer kritischen Einstellung zum Krieg. Man konnte, ja man musste davon ausgehen, dass dies viele Teilnehmer nachdenklich gestimmt hat und auch heute noch in Erinnerung geblieben ist. Am letzten Abend der Reise haben sich die französischen Austauschschüler bemüht eine kleine Abschiedsparty in der Schule für uns zu veranstalten, bei der die Gewinner der Stadtrallye bekannt gegeben wurden und es wurden Caen-T-Shirts verteilt, was zu einer unkontrollierbaren Unterschriften-Aktion führte.
Am Ende habe ich noch zwei französische Lieder gesungen.
Der Abschied ging schnell, war aber trotzdem traurig.
Am Dienstag sind wir um 8.30 Uhr von Caen nach Paris gefahren und zum krönenden Abschluss der Frankreich-Reise haben wir noch eine dreistündige Stadtrundfahrt durch Paris gemacht, wo wir in der Nähe des Eiffelturms und an der Notre-Dame noch eine kurze Fotosession gestartet haben.
Um 18.10 ging unser Flug von Paris-Orly nach Hause und um 19.50 waren wir alle heil und nicht mehr ganz munter in Big Berlin Citey angekommen.
 
Der Austausch hat uns allen nicht nur viel Spaß gemacht, er hat uns zusätzlich auch viele neue Erkenntnisse über die französische Sprache und den französischen Familienalltag geliefert.
 
Auch wenn nicht alle so viel Glück mit der Gastfamilie hatten wie ich. :-P
 
Joyce Binneboese