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Werner-von-Siemens-Gymnasium
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"Auswärtige Beziehungen"

Über den seit Anfang der fünfziger Jahre aufgebauten Schüleraustausch mit Partnerschulen in England und später auch in Frankreich wurde bereits berichtet, und sie werden weiter gepflegt. Partnerschulen im Ausland finden, Kontakte knüpfen, nutzen und ergiebig erweitern kann nur aus dem Idealismus und in der Freizeit des engagierten Lehrers auf der Basis persönlicher Bekanntschaft mit gleichgesinntem ausländischen Kollegen erfolgreich gelingen!

In den neunziger Jahren kamen auf diese Weise neue Partnerschaften hinzu: Frau Kraft (Englisch, ev. Religion, Ethik) schuf 1991 und betreut seitdem die Verbindung zu einer High-School in den USA (Manchester, Michigan): der Schüleraustausch erfolgt jährlich für drei Wochen in beiden Richtungen. Im Jahr 2000 nimmt auch Herr Reich an dieser Reise teil. Die Schüler wohnen bei ihrer jeweiligen Partnerfamilie und besuchen den Unterricht in der Partnerschule. Zum Programm des USA-Aufenthalts gehören Studienfahrten nach Chicago, Washington, an die Niagarafälle und zu den großen Sanddünen. "Austauschberechtigt" sind immer die Schüler der 11. Klassen; sie bereiten sich gezielt auf den Austausch vor und treffen sich dafür sechs- bis achtmal vor der Reise. Grundlage des Erfolgs ist die intensive Zusammenarbeit zwischen den für dieses Projekt verantwortlichen Lehrern, vor allem während der sechs Wochen ihres jährlichen Zusammenseins.

Aus der Gesamtelternvertretung (GEV) wurde angeregt, einen Schüleraustausch auch "nach der anderen Seite" aufzunehmen, und so kam schließlich die folgenreiche Verbindung mit dem 8000 km entfernten russischen fremdsprachlichen Gymnasium 115 in Omsk zustande. Unsere Schüler konnten aber kein Russisch!

Herr Reich nahm sich der Sache persönlich an, begann eifrig, die fremde Sprache zu lernen, holte 1996 Frau Wullenbäcker (Russisch: Erdkunde; noch im Studium: Englisch) an unsere Schule und machte sich selber als erster auf den Weg nach Omsk. Von Anfang an bestand an brieflichen Schülerkontakten großes Interesse, und Englisch diente als verbindende Sprache. Dann konnte man in Frau Wullenbäckers Arbeitsgemeinschaft Russisch lernen (vorwiegend Schüler der 9. bis 13. Jahrgangsstufe), und bald wurden auch die Austauschreisen Wirklichkeit.

Bis zum Ende der neunziger Jahre kam es schon je dreimal zu Hin- und Herbesuchen. Besonders wirksam entwickelte sich die Partnerschaft, als in der schlimmsten Phase des wirtschaftlichen Niedergangs Rußlands die Lehrer in Omsk monatelang kein Gehalt mehr bekamen und SOS signalisierten. Einfallsreiche Hilfsaktionen der Eltern, Schüler und Lehrer unserer Schule "ersammelten" über 30.000 DM für die 80 Lehrer in Omsk. Ihr Dank war eine Einladung an 25 Interessenten unseres Kollegiums, die Herbstferien 1999 in Omsk zu erleben. Diese Reise führte dann auch zu unserer inzwischen zweiten russischen Partnerschule das Gymnasium 1272 in Moskau, in dem ebenfalls verstärkt Fremdsprachen unterrichtet werden.

In Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Jugendwerk konnten im November 1999 Frau Wullenbäcker und Herr Kreipe in Berlin ein "Europäisches Jugendfest" aller ihrer Partnerschulen verwirklichen. Frau Wullenbäcker ar während ihrer Seminarzeit an der Käthe-Kollwitz-Schule im Bezirk Prenzlauer Berg und kannte deren Partnerschule in Dänemark. So kam es zu einem ein- bis zweiwöchigen dänisch-russisch-französisch-deutschen Lehrer- und Schülertreffen. Jede der beteiligten Schulen war an diesem Zusammensein mit einem Lehrer und vier Schülern beteiligt.

Während der neunziger Jahre entwickelte sich an unserer Schule die einst von Herrn Fahrenkrug ins Leben gerufene Arbeitsgemeinschaft "Spanisch" zum normalen Unterrichtsfach ab Klasse 9 (als dritte Fremdsprache, alternativ Latein) und bald darauf sogar zum Leistungsfach der Oberstufe; im Sommer 2000 ging der erste Leistungskurs Spanisch ins Abitur. Die Suche nach Partnerschaft mit einer geeigneten spanischen Schule ist noch in der Entwicklungsphase, es gibt einen "Brückenkopf" in Barcelona; Frau Mittelstädt, Frau Hornborstel und Frau Meyer zu Heringdorf arbeiten an diesem Projekt, und Kursfahrten der Leistungskurse nach Spanien dienen auch der Partnersuche.