Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Werner-von-Siemens-Gymnasium
Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite / Geschichte / 90er Jahre / "Die Welle" und andere von Ehemaligen unterstützte Schüleraktivitäten

"Die Welle" und andere von Ehemaligen unterstützte Schüleraktivitäten

Für das Darstellende Spiel beginnt der Unterricht am Anfang der 11. Klasse.

Im Frühjahr 1992 war die 8c wegen der noch so langen Wartezeit, die vor ihr lag, besonders ungeduldig, hatte von Gründung und Absichten der Exen erfahren, so daß die Anfrage nicht auf sich warten ließ, ob im Darstellenden Spiel erfahrene Ehemalige bereit wären, für diese Klasse eine entsprechende Arbeitsgemeinschaft verantwortlich zu übernehmen. Herr Reich war mit einem solchen Experiment einverstanden, es sollte aber allen Schülern der 9. und 10. Klassen im bald beginnenden neuen Schuljahr offenstehen.

Seitens der Ehemaligen hatten Arne Kaufmann, Matthias Boehm, Hans-Ulrich Borchert - "Hanni" - (alle Abiturjahrgang 1987) sowie Stefanie Groenke und Nadja Grollmitz (beide Abi 1990) Interesse; Arne Kaufmann koordinierte und leitete die einjährige Arbeit dieses Quintetts. Aus der Schülerschaft der 9. und 10. Klassen beteiligten sich dauerhaft 26 Mädchen und 6 Jungen. Gemeinsam konnte relativ schnell die Aufgabe gefunden werden: Einstudieren und Aufführen des von Schülerseite vorgeschlagenen Problemstücks "Die Welle"; dazu war eine gründliche Auseinandersetzung mit der Problematik des Stoffes erforderlich.

Alle Beteiligten faszinierte die Tatsache, daß es sich nicht um einen fiktiven Stoff handelte, sondern um die Erlebnisse, die den Lehrer Ran Jones in den USA schockierten, als er seiner Idee gefolgt war, im Unterricht seinen Schülern USA schockierten, als er seiner Idee gefolgt war, im Unterricht seinen Schülern nicht nur Buchwissen über die Ereignisse im deutschen NS-Staat zu vermitteln. Er ging von der Frage aus, warum die nichtnationalsozialistische Mehrheit der Deutschen den Holocaust nicht verhindert habe, und experimentierte an seinen Schülern, behandelte sie nach NS-Erziehungsmethoden und konnte nicht fassen, wie schnell die Gesinnung seiner Schüler sich so färbte wie einst die der Deutschen oder wie sie lernten wegzusehen, wo ihr moralisches Gewissen hätte rebellieren müssen. - Hinzu kam, daß 1992 in Deutschland erneut Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft erschreckend zunahmen, so daß der Problemstoff zugleich historische und aktuelle Hintergründe öffnete.

Vom 10. bis zum 17. Juni 1993 konnte in zwei Besetzungen "Die Welle" als Eigenproduktion von Ehemaligen und Schülern ebenso erfolgreich wie eindrucksvoll viermal aufgeführt werden.

Ein großer Teil der Mitwirkenden hatte unter Hannis Leitung das Bühnenbild entworfen und gefertigt. Daraus entwickelte sich während der neunziger Jahre eine für unsere Schule äußerst erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft für "Bühnen (Beleuchtung., Ton-, Aufnahme-) -technik", mit der Hans-Ulrich Borchert bei allen Aufführungen des Chors, Orchesters oder Darstellenden Spiels sachkundig assistierte und nachwies, welche technischen Verbesserungen unbedingt nötig seien; er überzeugte auch immer wieder den Freundeskreis von der Notwendigkeit weiterer finanzieller Hilfen, damit der Aufführungsort ebenso leistungsfähig würde, wie die künstlerischen Disziplinen der Schule es seien. Am Ende der neunziger Jahre wissen wir alle, wie wichtig in diesem Jahrzehnt "Hannis" mahnendes Helfen und sein helfendes Mahnen waren.

Beliebt und erfolgreich blieb auch die andere von einem Ehemaligen geleitete Arbeitsgemeinschaft, die Schach-AG, die Sven Schüle (Abi 1982) 1983 ins Leben gerufen hatte, sie zur Berliner Meisterschaft führte und anderthalb Jahrzehnte lang leitete; danach übernahm sie Philipp Groth (Abiturjahrgang 1998).

Dokumentarischen Wert behalten die mit Paßfoto und Geburtsdatum jedes Schülers bzw. Lehrers sowie nach Vornamen bzw. Familiennamen geordnetem Register ausgestatteten "Schul-Bücher", die ausdauernder Initiative und großer Arbeitsbereitschaft eines Schülerteams bedürfen und viel Zeit des Vorbereitens und des Fertigens kosten. In den neunziger Jahren erschienen 1993: "Siemens und sein Reich"; 1995: Logbuch der WVS Enterprise"; 1997: "Werner-von-Siemens-OG - im Jahreskreis der Sternbilder".

Impulse kommen auch von außerhalb. Aus unserer Elternschaft verdanken wir Frau Teubner und Herrn Buchner 1993/94 Hinweise auf russische Jugendchöre, die auf Tourneereisen nach Deutschland Publikum suchen. Mehrmals hatten wir dadurch einen Chor aus St. Petersburg und einen Moskauer Mädchenchor zu Gast, und sie erfreuten und beeindruckten uns mit ihren Darbietungen in unserer Aula; wir erhielten von ihnen auch Gegeneinladungen, die sich aber wegen verschiedener Schwierigkeiten unsererseits nicht realisieren ließen; die russischen Jugendlichen hatten beispielsweise in ihrem Bus drei An- und drei Rückreisetage zu überstehen - für unsere Schüler unzumutbar und wegen der laufenden schulischen Verpflichtungen unmöglich. Anders ist es mit der Einladung, die unser Chor im Frühherbst 2000 während seiner Arbeitsreise beim Aufenthalt in der Jugendherberge Hitzacker erhielt. Er fiel einer anderen Gästegruppe in der JH so auf, daß er noch dort nach Hamburg eingeladen wurde und Quartier bei den Familien der Hamburger Schüler nehmen soll.