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Werner-von-Siemens-Gymnasium
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Biologie

Noch zehn Minuten bis zum Ende einer Biostunde: die Vorhänge sind noch nicht hoch gefahren. Auf der Leinwand laufen die letzten Minuten, die Musik wird ausgeblendet. Die Bilder waren durchweg in Blautönen.

Wenn nicht gerade der Fötus im Bild gewesen wäre, hätte man denken können, es handle sich um eine Mondbesteigung. Der Film ist zu Ende, die letzten Zentimeter Filmstreifen schleppen der sich drehenden Spule hinterher. Wir werden laut, der Lehrer klimpert mit den Schlüsseln.

"Die b-Klasse durfte Ingrid sehen.", ruft es aus einer Ecke. "Habt ihr noch nie Ingrid gesehen?", fragt der Lehrer. Wir betteln.

Der Lehrer reibt sich die Unterlippe. "Na, gut", sagt er und verschwindet im Vorbereitungsraum der Biologie. Nach einiger Zeit kommt er wieder und hält einen umfunktionierten großen Joghurtbecher in der Hand. Er zieht den Deckel ab und kippt den Becher leicht nach vorne, so daß wir gut sehen können. In der durchsichtigen Flüssigkeit schwimmt ein Embryo.

"Das ist Ingrid. Normalerweise ist sie im Glas, aber das ist uns kaputtgegangen." "Warum kann man sie auch in einem Plastikbecher aufbewahren?" "Na, weil der Konservierungstoff das Plastik nicht angreift."

Sarah Schmidt (Abi 90)

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