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Werner-von-Siemens-Gymnasium
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Erlebnisort Schule

Wenn wir Zwillingsschwestern an unsere Zeit in der Malwida-von-Meysenbug-Schule zurückdenken, so rückt dabei das mühsame Lernen von Vokabeln und mathematische Formeln in den Hintergrund. Die Schule ist wieder da als Erlebnisort. Im musisch-künstlerischen Raum war zu allen Jahreszeiten etwas los. Alles Musische und Künstlerische, das in uns "schlummerte", wurde hier zum Leben erweckt. Ganz nah rückt uns wieder das wunderschöne Sommmerfest auf Lindwerder, an dem die ganze Schule teilnahm. Der Beitrag unserer Klasse war eine flotte "Modenschau durch die Jahrhunderte"; wie spannend und aufregend war es allein schon gewesen, dafür die Kostüme zu organisieren!

Als wir dann das Havel-Eiland zu einem Laufsteg umfunktioniert hatten, verwandelte ich mich in einen Kavalier der Biedermeier-Zeit, der seine Frau ins "Jrüne" ausführte und den Ausflug mit einem Tanz in der Natur krönte - musikalisch von unserer forschen Sportlehrerin, Frau Senger, begleitet.

Alle Unternehmungen waren von einer spürbaren Gemeinschaft der Lehrer und Schüler gekennzeichnet - und der Schüler aller Klassen untereinander! Diese Gemeinschaft hat uns oft zu phantasievollem Gestalten angeregt und ermutigt. So nähten wir Kostüme für die Singspiele oder gestalteten die bunten Weihnachtstransparente für die großen Fenster unserer Schule. Und was das Musikalische angeht: Teile des Weihnachtsoratoriums und die Carmina Burana kann ich noch heute mitsingen.

Wir möchten noch ein weiteres Erlebnis erwähnen: An einem wundervollen Wintermorgen, an dem Schnee und Eiskristalle die Landschaft verzaubert hatten, wollten wir natürlich viel lieber in die Natur als in den Unterricht. Frau Schwenzner erkannte unseren Wunsch und machte aus einem Schultag einen Wandertag: sie lud uns zu einem unvergeßlichen Spaziergang um den Schlachtensee ein.

Wir wurden in vielerlei Weise ermutigt und gefördert. Noch heute höre ich unsere Klassenlehrerin, Frau Behm, sagen: "Mach das! Du kannst das! Das sehe ich!"

Später ging unser Sohn und Neffe auf dieselbe Schule. Wir bekamen den Eindruck, daß der Zeitgeist auch vor unserer Schule nicht haltgemacht hat. So manches ist anders geworden. Die "meßbaren" Leistungen haben sich deutlich in den Vordergrund geschoben.

Wir haben aus unserer Schulzeit viel für unser weiteres persönliches Leben mitgenommen. Wir sagen hiermit unseren herzlichen Dank!

Barbara Thuy geb. Kunze, Ingrid Klasen geb. Kunze (in der Schule bis 1958)

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