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Werner-von-Siemens-Gymnasium
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Mathe: eine Erfahrung, ein Graus

(weil ich nie wußte, ob ich die beste oder die schlechteste Klassenarbeit zurückbekommen sollte)

Bei Mathematik besaß ich keine Selbsteinschätzung, ich war einfach unfähig vorauszusagen, ob meine Klassenarbeiten gut oder schlecht ausgefallen waren (leider ging es dem Mathelehrer ebenso); mit heranrückendem schriftlichen Abitur wurde dies zum Albtraum. Die Nacht vor der Prüfung malte ich statt Zahlen Blumen; das Ergebnis nahm ich vorweg. Als ich schweißnaß aufwachte, war die acht schon fast vorbei.

Bei der schriftlichen Abiarbeit macht der Lehrer nach 1/1/2 Stunden einen Kontrollgang, bleibt vor meinem unendlich langen Bruch (einer Wurzelrechnung) stehen und schüttelt langsam und wortlos den Kopf.

Obwohl in den ungeschriebenen Regeln zur mündlichen Abiturvorbereitung nicht vorgesehen war, daß der Prüfling wissen sollte, was er geprüft werden würde, erhielt ich sechs Wochen vor der mündlichen Prüfung eine Liste mit mathematischen Problemstellungen und den Hinweis, daß es für einen Prüfer ein leichtes sei, den Prüfling in Dingen zu prüfen, die er nicht wüßte. Die mündliche Prüfung (damals noch vor dem versammelten Lehrerkollegium) war in Lacherfolg, wobei meine Übereifrigkeit mit Lachen und die zügige Beantwortung der Fragen mit Anerkennung belohnt wurde.

Die Unterzeichnende hat nach dem Abitur ihre juristischen Examina an der Freien Universität abgelegt (Schwerpunkte: Europäisches Gemeinschaftsrecht, Wirtschaftsrecht und Zivilprozeßrecht) und zog nach der Zulassung zur Berliner Anwaltschaft nach Brüssel, wo sie acht Jahre als Rechtsanwältin hintereinander in einem belgischen, englischen und italienischen Anwaltsbüro tätig war.

Seit ihrem Umzug 1988 nach Paris ist sie nunmehr Juristischer Direktor der Rechtsabteilung von Thomson Consumer Electronics S.A.. Sie ist mit einem Napolitaner verheiratet und Mutter von zwei Mädchen.

Sybille Böse (Abi 72)

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