Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Werner-von-Siemens-Gymnasium
Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite / Geschichte / Werner-von-Siemens / Sein gesellschaftliches Engagement für die Wissenschaft

Sein gesellschaftliches Engagement für die Wissenschaft

Werner von SiemensIn der naturwissenschaftlichen Forschung sah Werner von Siemens den sicheren Boden für den technischen Fortschritt eines Landes. Aus diesem Grunde war er stets darum bemüht, die wissenschaftliche Entwicklung Preußens zu unterstützen. 1843 hatte er in einer Denkschrift auf die Vorteile einer gelenkten und durch den Staat geförderten Forschung hingewiesen, aber die Schaffung eines Instituts, das nicht dem Unterricht, sondern der Wissenschaft dienen sollte, kam jahrelang nicht über gelegentliche Besprechungen und Denkschriften hinaus. Im Jahre 1884 ergriff Siemens die Initiative und erklärte sich bereit, für im Interesse der deutschen Industrie liegende Ziele größere persönliche Opfer zu bringen. Da die Pläne bisher an den nicht vorhandenen Mitteln gescheitert waren, stiftete er in Berlin-Charlottenburg ein Grundstück von einem Hektar zum Bau der physikalisch-technischen Reichsanstalt und stellte darüberhinaus einen neuartigen Grundgedanken einer vom Lehrbetrieb unabhängigen staatlichen Forschung bald zum Vorbild für ähnliche Einrichtungen in anderen Staaten, so z.B. für das 1900 gegründete ,,National Physical Laboratory" in Großbritannien und das 1901 errichtete ,,National Bureau of Standards".

 

Werner von Siemens hat sich weniger als Kaufmann denn als Forscher verstanden, obwohl er auch als Unternehmer und Organisator Beträchtliches geleistet hat. Ihm war stets daran gelegen, seine wissenschaftlich-technischen Erkenntnisse auch anderen zugänglich zu machen. Seiner schon 1843 erschienenen ersten Veröffentlichung folgten noch viele andere. Allerdings handelte er sich durch seine Publikationen auch Ärger ein, so zum Beispiel, als er 1851 eine Broschüre mit dem Titel: "Kurze Darstellung der an den preußischen Telegrafenlinien mit unterirdischen Leitungen gemachten Erfahrungen" herausbrachte. Das hatte Auftragsverluste für ihn zur Folge, da die preußische Telegrafenverwaltung über seine herbe, aber berechtigte Kritik erbost war.

 

Auch setzte Werner von Siemens sich für die Schaffung eines Patentgesetzes ein, weil das Patentwesen in Preußen ausgesprochen schlecht entwickelt war. Im allgemeinen war ein wirkungsvoller Schutz der Erfindung nicht gewährleistet. Das Reichspatentgesetz, das dank der langjährigen Bemühungen von Siemens‘ im Jahre 1877 erlassen wurde, berücksichtigte sowohl die Interessen des Erfinders als auch die des Gewerbes und der Allgemeinheit in ausgewogenem Maße. Am Tage des Inkrafttretens wurde Siemens zum Mitglied des Reichspatentamtes ernannt.

 

Später wurde er in diesem Zusammenhang sogar "Geheimer Regierungsrat". Sein Engagement für eine gesunde technische Entwicklung Preußens war jedoch nicht ganz uneigennützig; es war ihm nämlich klar, daß sein Unternehmen "SIEMENS & HALSKE" nur im Rahmen einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland erfolgreich sein konnte.

 

Abschließend kann man sagen, daß das technisch-naturwissenschaftliche Wirken des Werner von Siemens auch über die Grenzen Preußens hinaus von entscheidender Bedeutung für die technische Entwicklung und Industrialisierung im 19. Jahrhundert war. Erst durch seine zahlreichen revolutionären Erfindungen, deren Aufzählung und Erläuterung hier den Rahmen sprengen würde, wurden rasche Fortschritte in der Entwicklung von Industrie und Technik möglich.

 

Ulrich Vetter, Carsten Britze, Florian Rebitzki